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06.09.2019 ab 20:00 Uhr

  

Koordinaten:

Breitengrad

N 48° 20' 27.243"

Längengrad

E 12° 47' 20.74"

Astronomie-Website.de (Interessantes aus Astronomie und Physik)
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Wo ist die ISS jetzt gerade?
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Hintergrundmusik in der Sternwarte Wurmannsquick (Hörprobe)
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Beobachtungsberichte

Liebe Sternfreunde,

Dieser Tage läßt sich die Internationale Raumstation wieder recht gut beobachten. Vor einiger Zeit hatte ich da schon mal die Kamera draufgehalten. Diesmal ist es aber etwas besonderes, da gerade das Shuttle Discovery zu letzten Mal auch da oben ist, wohl der vorletzte Shuttleflug überhaupt und zugleich hat vor einigen Tagen das europäische Versorgungsmodul ATV-Kepler angedockt. Dazu kommen die idealen Überflüge über Deutschland, eine wohl einmalige Gelegenheit. Am Freitag, kurz bevor ich zur Sternwarte gefahren bin, stellte ich noch das TAL (6"Newton) auf und hänge die Kamera dran. Anders als früher, als ich eine Kompaktkamera afokal ans Okular geschnallt hatte, verwendete ich nun die Canon DSLR 1000D fokal am Russentubus. Da die ISS zwar riesengroß aber auch selbst bei einem Zenitdurchgang sehr weit weg ist, ist sie kaum größer als Jupiter in der Opposition. Da ist mit 1200mm Brennweite noch nicht viel zu holen. Um die Brennweite zu verdoppeln, verwendete ich noch einen 2fach Konverter. Belichtungszeit war 1/500sek. bei ISO800. Das Teleskop per Hand am 8x50er Sucher nachgeführt und die Kamera auf Dauerbeschuß eingestellt, von 168 Bildern waren 35 Treffer. Das beste liefere ich hier mir (das mit der Beschriftung). Bei einer maximalen Horizonthöhe von 63° war die Station 398km entfernt.

Heute habe ich es nochmal mit dem 10er MeadeDobson versucht. Gedanke war, durch die 2,77 größere Lichtsammelfläche noch kürzere Belichtungszeiten verwenden zu können, außerdem natürlich eine höhere Auflösung. Leider war es nicht mehr so klar, ich verkürzte die Belichtung nur auf 1/750sek., was im Nachhinein aber doch zu kurz war. Der Dunst verhinderte dann auch eine bessere Schärfe. Immerhin war die Trefferquote mit 49% schon erheblich besser ;-)

Morgen (Sonntag) um 18:22 und Montag um 18:48 gibt es noch recht günstige Überflüge.

Viele Grüße

Rudi

Liebe Sternfreunde,

Gestern bin ich dann nochmal raus. Transparenz und Seeing waren deutlich schlechter als am Samstag. Eigentliches Ziel war wieder ein Abell-PN, zum Einsehen erst Mal auf M42: Trapez-Komponente E und F gut sichtbar bei 154fach, höhere Vergrößerung war eher schlechter (Seeing).

Dann bin ich hoch zu Alnitak, die getrennten Teile des Flammennebels waren gut zu erkennen, der Nebel ist selbst in meinem Okular mit größter Brennweite noch riesig (26 Nagler, 78x)

Die lange Brennweite von 2m ist eher ein Nachteil bei großen Objekten. Der Flammennebel ist da schon ziemlich groß, ja auch der Pferdekopfnebel. Die Bedingungen waren nicht ideal, Orion stand schon nicht mehr sehr hoch, der SQM zeigte auch nur 21,0mag/arcsec. Ohne Filter war aber die Kante des Nebel IC434 zu erkennen. Die Einbuchtung, also der Pferdekopf dagegen kaum. Ideal wäre ein hBeta-Filter, ich verwendete dann einen UHC-Filter der diese Linie auch durchläßt. Ich hatte den in 5/4Zoll Ausführung, aber als passendes Okular nur ein 13er (Ethos) zur Hand, was eigentlich schon zu hoch vergrößert ist. Es war aber auch nicht mehr zu erkennen, bei besseren Bedingungen geht da sicher mehr. Im 10Zöller, der fast nur die halbe Brennweite hat, hatte ich den schon besser gesehen.

Dann zu meinen eigentlichen Zielobjekt: Abell 12

Puhh, der scharfe Ostwind legt an Stärke zu, der massiv gebaute Starsplitter-Dobson steht zwar noch ziemlich friedlich, aber es wird trotzdem unangenehm. Dieser PN liegt extrem knapp neben dem 4mag hellem muOri. Der Nebel ist nur eine halbe Bogenminute groß und auch kaum weiter von den hellen Stern entfernt, ein O-III Filter erleichtert Sichtbarkeit enorm. Ich sehe eine kreisrunde Scheibe, in der Mitte etwas dunkler. Das Seeing ist aber so schlecht, dass die Ringsstruktur trotzdem kaum zu erkennen ist. In dem Moment fliegen die ersten Okularkappen vom Tisch, das reicht aber auch dann und höre auf.

Hier noch die 'technischen Daten'

Datum:

01.03.2011

Uhrzeit:

21h - 22:30h MEZ

Teleskop:

Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf Nachführplattform

Mond:

kein Mond

Transparenz

gemessen mit SkyQualityMeter (mit Linse) um 21 Uhr im Zenit: 21,45mag/arcsec²

(bester hier gemesser Wert: 21,6mag/arcsec² 21,0 entspricht ca. 6,1mag fst)

Seeing:

- (Skala von -- bis ++)

Außere Bedingungen:

anfangs nur leichter, dann immer stärker werdender Wind, -2°

Beobachtungsort:

nahe Eiberg im tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste Kleinstadt 14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Viele Grüße

Rudi

Liebe Sternfreunde,

Was für ein Himmel war das letzte Nacht, die beste Durchsicht, die ich hier je gemessen habe. Nahe an 6,5mag und noch dazu bei relativ gutem Seeing. Es ist schon eine ganze Weile her, seit der Dobson wieder richtig Sternenluft schnuppern konnte. Über die letzten Wochen und Monate hat sich eine nette Liste an Objekten angesammelt, die ich beobachten wollte. Die hätten auch zur Jahreszeit gepaßt, nun mußte ich aber feststellen, daß die meisten schon sehr tief standen oder sogar schon untergegangen sind. Aber ein paar schöne Teile waren schon dabei, außerdem wurde die Zeit doch auf einmal knapp, aber lest selbst:

Datum:

26.02.2011

Uhrzeit:

22h - 0:30h MEZ

Teleskop:

Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf Nachführplattform

Mond:

kein Mond

Transparenz

gemessen mit SkyQualityMeter (mit Linse) jeweils beim Objekt

um 22 Uhr im Zenit: 21,42mag/arcsec²

(bester hier gemesser Wert: 21,6mag/arcsec² 21,0 entspricht ca. 6,1mag fst)

Seeing:

+ (Skala von -- bis ++)

Außere Bedingungen:

windstill, -4°

Beobachtungsort:

nahe Eiberg im tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste Kleinstadt 14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Objekte: PN NGC2371/2; PN NGC1514; Hickson 36 + 37; M67; Saturn

Nach 2002 mit dem TAL wollte ich lange schon die 'Erdnuss' wieder besuchen. Endlich hat es geklappt, dieser prächtiger Nebel ist ein guter Einstieg für diese Nacht. Der planetarische Nebel NGC2371/2 sieht jetzt mit deutlich mehr Öffnung gar nicht mehr so aus wie die Erdnuss. Ein deutlich zweigeteilter Nebel, jedes Teil sieht etwa halbmondförmig aus, mit den geraden Kanten zueinander ausgerichtet. Der östliche Wattebausch etwas größer. Genau dazwischen in dieser Lücke der 14.8mag helle Zentralstern, der sehr gut zu erkennen ist. Mit O-III Filter wird der Nebel noch deutlicher, der ZS verschwindet aber. Ich fertige noch eine Zeichnung an.

SQL: 21,45mag ; 333x

Ein weiter Planetarischer ist NGC1514 (Dewnebel, oder Kristallballnebel, Entfernung 2000Lj). Oha, was für ein grosses und interessantes Teil, dachte ich mir beim ersten Anblick. Ein 9,4mag heller Zentralstern, drumherum eine Nebelscheibe, sieht aus, als wenn die Optik beschlagen wäre. Der Nebel hat eine integrierte Helligkeit von 10.9mag und ist 2'groß. Eine nahezu kreisrunde Scheibe, deren Ränder relativ scharf begrenzt sind. Der helle Zentralstern ist sehr dominat und meine er ist grünlichblau. Um den Zentralstern ein dunklerer bereich Auch sonst leichte Helligkeitvariation innerhalb der Scheibe. Vor allem fällt mir ein Dunkelstreifen östlich vom Zentralstern auf. Ein sehr interessantes Objekt

SQL:21.25; 154x (mehr Vergrößerung bringt Verschlechterung wegen geringer Flächenhelligkeit, auch O-III Filter keine wirkliche Verbesserung)

Bemerkendswert ist, dass dieses Objekt einen Wendepunkt im astronomischen Denken bewirkte. Bis zur Entdeckung durch W.Herschel dachte man, alle Nebel bestünden aus schwachen Einzelsternen. Herschel zweifelte daran, er beschrieb diesen Nebel als hellen Stern mit einer Atmosphäre umgeben.

Jetzt wird es deutlich schwieriger, ich gehe auf Galaxien-Fuzzeljagd.

Hickson 36 ist eine Gruppe von 4 Galaxien. Ich konnte nur die Komponente 'a' schwach aber deutlich erkennen. Sie erscheint stark elongiert, Helligkeit: 15,1mag. Die anderen Gx's sehe ich nicht, jetzt weiß ich auch warum, sie haben um die 17mag.

Ein sehr auffälligeres Grüppchen ist Hickson 37. Es ist Mitternacht, ich messe die Transparenz, sie erreicht hier den Spitzenwert von 21.61. Komponente 'a' ist sehr gut zu erkennen, eine leicht ovale Galaxie. Weitere Gx erschließen sich mir zunächst nicht, ich steigere die Vergrößerung von 154 auf 333fach. Jetzt kommt nördlich der Haupt-Gx im indirekten Sehen eine Gx in extremer Kantenlage zum Vorschein. Komponenten c und d sind sehr klein und um die 16mag, die kann ich nicht erkennen.

Nach den ganzen Funzeln brauche ich jetzt mal was Gescheites, erinnere mich an M67 ´mal schaun wie sich der mit 18 Zoll gibt. Ja, ein toller Offener Sternhaufen, mit nahe Vollmonddurchmesser und Unmengen an verschieden hellen Sternen eine Augenweide.

Gleichnebenan liegt NGC2678, ebenfalls ein OS, der aber nur aus ein paar helleren Sternchen besteht.

Ich merk' schon, mich reizen doch eher ganze Sternenwelten und steuere geradezöu auf das Leotriplett zu.

Mist, nein! Da kommen Wolken, innerhalb weniger Minuten ist der Himmel beinah völlig dicht. Obwohlich ich das Triplett eigentlich im Blindflug finden würde, schaffe ich es nicht mehr, die doofen Wolken sind schneller, die Galaxien waren mir nicht mehr vergönnt.

Im Südosten leuchtet noch Saturn, gut kann man daran erkennen, wie sich das Seeing innerhalb kürzester Zeit verschlechtert und gleich darauf war er auch schon weg. Das wars dann.

Aber schee war's doch.

Viele Grüße

Rudi

P.S. Am Tag vorher habe ich noch Orion fotografiert, Bild liegt bei

Hallo Sternfreunde,

Ein etwas anderer Beobachtungsbericht, ein Sternfreund hat mir sein
Galileo-Teleskop zum Probieren überlassen. Es ist Karton-Bausatz von
Astromedia mit echten Linsen und denselben Spezifikationen, wie das Fernrohr
vor 400 Jahren. Die Linsen waren damals aber wahrscheinlich eher noch
schlechter.

Im Gegensatz zu den üblichen Fernrohren nach Kepler, mit Sammellinse als
Okular, hat das System nach Galilei hier eine Zerstreuungslinse. Die bewirkt
ein seitenrichtiges und aufrechtes Bild, allerdings bei sehr kleinem
Sehfeld.

1. Am Tage

Nachdem lange Zeit keine Beobachtung möglich war, konnte ich mir vorerst nur
auf das Äußere beschränken:

Das schön bedruckte Gerät hat eine Öffnung von 25mm (abgeblendet) bei 780mm
Brennweite vom Objektiv und 65mm vom Okular. Dies ergibt eine Vergrößerung
von 12fach, sowie ein Öffnungsverhältnis von f/31. Mit der Schieblehre
gemessen, erreicht die Austrittspupille 2mm, was mit dem errechneten Wert
übereinstimmt. Das Fernrohr ist auch erstaunlich leicht, gemessen habe ich
104gr. Äußerlich ist der Kartonbausatz vom Erbauer ordentlich verarbeitet,
wie bei Galilei gibt es auf den Linsen natürlich keine Vergütung.

Zwei Blenden im Tubus, die wohl vor allem statischen Zwecken dienen, wurden
vom Zusammenbauer liebevoll mit einem Stift geschwärzt. Die Innenflächen
selber sind vom Druck schwarz, aber leider im flachem Winkel hochreflektiv,
vor allem beim Okulartubus bewirkt dies, daß sich deutliche Reflexe zeigen,
die entsprechend der hexagonalen Form des Innentubusses sechs Strahlen
zeigen.

Erste Beobachtungen habe ich am Tage durchgeführt:

Beim ersten Durchblick fällt das kleine Gesichtsfeld auf, das Fokussieren
des Schiebetubusses geht gut zufriedenstellend. Die Schärfe ist über das
ganze Bildfeld recht gut, kein Farbsaum an harten Kanten erkennbar. Selbst
mit Brille läßt sich beobachten, das wahre Gesichtsfeld schrumpft dann aber
noch etwas. Beim Blick auf eine weiße Wand zeigen sich keinerlei
Farbverfälschungen. Verzeichnungen jeglicher Art, wie sie bei den meisten
modernen Geräten vorkommen, sind hier ebenso nicht zu finden. Der
Gesichtsfeldrand ist jedoch nicht scharf begrenzt, sondern etwas diffus, was
den Röhrenblick noch verstärkt.

2. Des Nächtens (schreibt man das so?)

Ja, man glaubt es kaum, endlich ist es mal klar geworden, endlich konnte ich
das Fernrohr auch nachts testen:

Es war ein durchschnittlicher Himmel mit 6,0mag fst. Die Luft sehr feucht,
in Horizontnähe war der Dunst auch stark zu bemerken. Hohe Objekte habe ich
mir allerdings doch verkniffen, ohne Zenitspiegel geht das sehr auf's
Genick. Bei den Objekten habe ich mir erst eine Skizze angefertigt und
nachher am PC überprüft, ob ist richtig gesehen habe. Zuerst habe ich
Jupiter eingestellt. Der Planet ein sehr gut definiertes kleines Scheibchen,
die Schärfeleistung ist wirklich gut, man muß allerdings das Auge ziemlich
genau auf der optischen Achse halten. Drei Monde einfach sichtbar, nur
Europa war schwierig auszumachen, er war wohl zu nahe am Planeten, etwa ein
Jupiterdurchmesser entfernt (Überstrahlungseffekt). Die
Gesichtsfeldbestimmung per Sterndurchlaufmethode ist etwas schwierig, weil
sich mit leichtem Schwenken des Kopfes das Gesichtsfeld vergrößert, man kann
quasi 'mitgehen', wobei man etwa 50% gewinnt. Bei Jupiter waren das 180sek,
das ergibt 0,72°. Ich habe dann die Plejaden eingestellt, sehr ungewohnt, da
man nur einen kleinen Teil davon erfassen kann, und anhand von
Sternabständen das wahre Gesichtsfeld bestimmt. Dabei kam fast exakt ein
halbes Grad raus. Das scheinbare Gesichtsfeld der Okulare liegt somit bei 6
Grad! Ein Plössl kommt etwa auf 50 Grad.

Die Trennschärfe zu ermitteln war nicht ganz einfach, da man passende
Doppelsterne mit größerer und gleicher Helligkeit braucht. Der Deichselstern
Mizar besteht aus zwei Einzelsternen mit 14" Abstand und 2,3 und 4,0mag
Helligkeit, also schon großem Helligekeitsunterschied. Die Trennung aber
gelang, wenn auch nicht auf dem ersten Blick. Albireo hatte ich auch
eingestellt, auch hier war der Helligkeitsunterschied das größere Problem,
aber deutlich die unterschiedliche Färbung zu sehen. Bei EpsilonLyrae
schaute ich ebenso noch vorbei. Die beiden Paare (3,5'Abstand) habe ich erst
versucht mit bloßem Auge zu trennen, das gelang erst nach längerem Hingucken
und abdecken von der hellen Wega. Die Ausrichtung meiner Skizze paßt aber
genau mit der Sternkarte überein. Im Galileo-Fernrohr sind sie natürlich
himmelweit voneinander entfernt, für die einzelnen Paare allerdings besteht
bei nur 2" Abstand keine Chance.

Ich versuchte dann noch den schwächsten sichtbaren Stern zu finden. In den
Plejaden fand ich einen Stern, der zwar schwierig, aber dennoch deutlich zu
sehen war, dieser hat knapp 7mag. Zum Schluß hielt ich noch auf den
Orionnebel, dieser stand aber noch sehr tief am Horizont. Details im Nebel
konnte ich wegen der schlechten Bedingungen nicht erkennen, aber das Trapez
erschien wie ein unaufgelöster Sternhaufen.

3. Mond und Saturn

Heute früh konnte ich noch diese beiden Himmelsobjekte mit dem
Galileo-Teleskop aufs Korn nehmen. Bestätigt hat sich das Gesichtsfeld von
1/2 Grad, der Mond geht so äußerst knapp rein. Der Mond war zu etwa 35%
beleuchtet und abnehmend. Wenn man das Auge schön auf der Achse halten kann,
ist das Bild über das ganze Feld absolut scharf. Farbsäume gibt's auch
nicht. Bei f/31 kein Wunder, man darf aber auch nicht die chromatische
Ausführung von Objektiv und Okular vergessen. Die größeren Krater wie
Kopernikus oder Kepler und seine Strahlen sehr gut zu beobachten.

Bei Saturn sieht man bei dieser Vergrößerung natürlich nicht mehr als ein
ovales Scheibchen. Titan konnte ich nicht entdecken, mit 8,5mag wohl auch zu
schwach, außerdem war der Himmel durch den Mond und die Dämmerung
aufgehellt.

Als Fazit muß ich sagen, daß es schon erstaunt, welch bahnbrechende
Entdeckung mit diesem kleinen Fernrohr damals gemacht wurden. Durch das
winzige Feld ist die Handhabung sehr schwierig. Nur durch behahrliches Üben
und Beobachten konnten diese Leistungen erbracht werden und wie einfach
haben wir es heute...

Viele Grüße

Rudi

Liebe Sternfreunde,

Nur noch Regen heute, finde ich echt toll, endlich Zeit meine letzten
Beobachtungen aufzuarbeiten.

Diesmal bin ich zum Spechteln weggefahren zu Günther, einem Sternfreund, der
parallel mit einem C8 beobachtete. Wenn ich nicht alleine da draußen in der
finstren Nacht am Okular hänge, halte ich es schon deutlich länger aus.
Insgesamt 6 Stunden waren wir draußen.

Datum: 15.08.2009

Uhrzeit: 21:00h - 3:00 MEZ

Teleskop: Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf
Nachführplattform

Mond: Aufgang 0:36 Uhr; 21% beleuchtet

Transparenz gemessen mit SkyQualityMeter mit Linse jeweils beim Objekt.
Zenit: 21:45h: 20,85 - 1h: 21,2mag (Mondaufgang)

Seeing: -

Außere Bedingungen: windstill, 14°

Objekte: Pluto, M 8, M 20, M11, NGC 7479, Jupiter

Das dauert schon, bis alles aufgebaut und eingestellt ist. Dann gibt's
natürlich viel zu Erzählen und bis ich soweit war, das erste Objekt
einzustellen, war's auch schon schön dunkel. Das sollte dann auch gleich 'ne
harte Nuß werden: Pluto inmitten der Milchstraße bei aufgehellten Himmel,
nur 20,2 mag/arcsec². Im Süden liegt eine größere Fabrikanlage, die den
Himmel hier aufhellt. Ich konnte ihn aber finden, mit seiner Helligkeit von
14,0mag ist er auch nicht allzuschwer zu erkennen, indirekt gar kein
Problem. Nur das Finden ist eine verzwickte Sache.

Trotz der langen Bebachtungszeit hatten wir uns nicht sehr viele Objekte
vorgenommen, die Zeit verging wie im Fluge. Einige Standartobjekte hatten
wir im Okular (M 8, M 20, M11). Auch waren noch viele Perseiden unterwegs.

Ein wichtiger Punkt für diese Nacht war das Feststellen der Fehlsichtigkeit
unserer Augen in der Nacht. Günther hatte Vorhaltegläser dabei, mit
Dioptrienausgleich -0,25 oder -0,5, die man vor die Brille halten konnte. Es
war erstaunlich, bei -0,25 war eine deutliche Verbesserung feststellbar. Ich
konnte schwächere Sterne erkennen als nur mit meiner Brille. Bei -0,5
schwächte sich dieser Effekt wieder ab, war aber auch noch besser als ohne.
Bei Günther, der auch Brillenträger ist, war es genau so. Nachts bräuchte
ich also eine Brille, die um 0,25 Dioptrien stärker ist als eine Brille, die
ich tagsüber benutze.

Das läßt sich auch leicht erklären:

Nachts sind die Pupillen weit geöffnet, wie bei einer Kamera mit offener
Blende verringert sich die Tiefenschärfe. Mit entsprechend korrigierter
Brille kann ich Sterne sehen, die etwa 0,2mag schwächer sind.

Im Sternbild Pegasus besuchte ich die Gx NGC 7479. Stark langgetreckte Gx,
helles Zentrum nicht mittig, sondern nach Westen verschoben. Sie erscheint
fast wie eine edge-on Galaxie, tatsächlich sehen wir sie direkt in
Draufsicht (face-on). Die Form kommt durch den ausgeprägten Balken zustande.
Die weitausladenden Spiralarme habe ich nicht bemerkt, da muß ich nochmal
ran.

Immer wieder wurde Jupiter angesteuert. Gegen 23Uhr war der GRF im
Zentralmeridian, der Fleck konnte gut beobachtet werden. Leider war das
Seeing sehr unterdurchschnittlich. Die Einschlagstelle sollte 2h später am
besten zu sehen sein. In den wenigen ruhigen Momenten war eine leichte,
stark längliche Verdunkelung an der Stelle in der Südpolkappe zu sehen, wo
der Einschlag sein sollte. Es war aber sehr schwer auszumachen und letztlich
durch das schlechte Seeing auch nicht 100% sicher.

Gegen Ende unserer Beobachtungsnacht standen Mond und die Plejaden schon
ziemlich hoch. Auch Mars war schon längst aufgegangen und, ja, Teile vom
Orion konnte man schon erkennen. Der Herbst naht, auch die Winterzeit ist
nicht mehr fern. Ist es schon wieder Zeit, an die Weihnachtseinkäufe zu
denken??

Viele Grüße

Rudi

Hallo Sternfreunde,

Seit kurzem habe ich ein Netbook, also ein kleines Laptop. Mit dunkelroter
Folie versehen, habe ich nun beim Beobachten alle Infos vor Ort. Bewegliche
Objekte sind ja in Sternkarten nicht verzeichnet, so kann ich Planeten, vor
allem schwächere ab Uranus, Monde von Jupiter und Saturn, sowie Asteroiden
oder Kometen gut aufsuchen und brauche nicht ständig Karten auszudrucken.
Die wichtigsten Kartenprogramme habe ich drauf, da sind natürlich immer mehr
Sterne und Objekte drauf, die je eine Karte zeigen kann, mit Infos
Helligkeit, Durchmesser und mehr.

Außerdem tippe ich die Beobachtung gleich in die Tastatur und muß nicht
müßsam mein Gekritzel von der Nacht am nächsten Tag zu entziffern versuchen.
Die Nachbearbeitung hat oft so lange gedauert wie die Beobachtung selbst. Da
fehlt meist die Zeit. Dafür ist nachfolgender Bericht wohl nicht mehr so
spannend.

Datum: 14.08.2009

Uhrzeit: 22:30h - 1:30h MEZ

Teleskop: Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf
Nachführplattform

Mond: Aufgang 23:45

Transparenz gemessen mit SkyQualityMeter mit Linse jeweils beim Objekt.
Zenit: 22:45h: 21,21 - 0h: 21,30 - 1h: 20,8mag (Mond)

Seeing: +

Außere Bedingungen: windstill, anfangs 15° am Ende 13°

Beobachtungsort: Eiberg im tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste
Kleinstadt 14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Marianne guckt Perseiden und konnte noch etwa 10 sehen

Jupiter: Annäherung Io und Europa, s.u.

Neptun: bläuliche Scheibe, Triton westlich sehr deutlich im indirektem
Sehen, direkt nur schwer.

Komet W3/Christensen: wie letztens am 26.7.

NGC 7006 (KS in Del): in der NGC/IC Liste der Kugelsternhaufen mit der
zweitweitesten Entfernung (135.000Lj.); deutlich grieselig, Einzelsterne
aber nicht wirklich sichtbar, Wolken ziehen auf

NGC 6210 (PN) in Her (Schildkrötennebel): helles, blaugrünes Scheibchen,
nicht ganz rund, leicht oval. Südliche 'Ecken' leicht kantig, leichte
Helligkeitsvariationen innerhalb des Scheibchens, nördlicher Bereich etwas
heller. Zentralstern ohne Filter schwach sichtbar, (340x) 21,31mag

NGC: 6633 (OS): ein paar Dutzend helle Sterne weitverstreut für einen
Sternhaufen, 150x, 21,15mag

NGC: 6572 (PN): noch kleiner als der von oben, blaugrünes Scheibachen, nicht
ganz rund, keine Einzelheiten, kein ZS

IC: 4756, zu groß fürs Teleskop, im Sucher eine stark längliche Ansammlung
von schwachen Sternen

M11. immer wieder zum Genießen die große Anzahl von gleichen hellen Sternen,
nur einer fast in der Mitte macht die Ausnahme und sticht heraus. Wenn im
Südteil nicht ein Stück fehlen würde, wäre die äußere Form eine schöne
Raute. 20,8mag

M26 erinnert mich stark an eine Curlingscheibe, der Eisstock mit einem stark
gebogenem Henkel, ein hellerer Stern sticht heraus, aber eigentlich ist es
nur ein nicht allzu sternreicher offener Sternhaufen.

NGC6712; schwächerer Kugelsternhaufen im Sternbild Schild in Dreiecksform,
keine zentrale Aufhellung wie bei andere KS, Etwa 1 Dutzend Sterne gut
aufgelöst vor nebligen Hintergrund, Bedingungen allerdings hier schon
ziemlich schlecht mit 20,7mag , Mond ist bereits aufgegangen. 350x

nochmal zu Jupiter: Jupiter in Worte zu fassen ist nicht möglich, Seeing war
recht brauchbar, Detailfülle enorm. Schön war der Tanz von Io und Europa
anzusehen, Io hatte Europa überholt, kam aber fast genau bei seinem
Umkehrpunkt mit Europa zusammen, so daß er bei der Rückkehr abermals auf
Europa trifft minimaler Abstand 1,2" und das alles in meiner
Beobachtungszeit, Abstand 1h: 4,6", Bino bei 333x, mit Graufilter (Baader,
12,5%) komme ich wegen der Helligkeit von Jupiter besser zurecht.

Viele Grüße

Rudi

Hallo Sternfreunde,

Jetzt ist es doch noch was geworden mit der Perseidenbeobachtung am 12.8.
abends. Der ganze Tag war weitgehend stark bewölkt, erst zu Ende der
Dämmerung klarte es auf. Ich begann die Beobachtung gegen 22Uhr, nach einer
Stunde kam wieder mehr Bewölkung von Norden heran. Etwa zu dieser Zeit
machte sich auch der eben aufgegangene zu 60% beleuchtete Mond bemerkbar.
Der Südhimmel war da noch weitgehend frei, auch die Milchstraße war bis zum
Ende der Beobachtung um 23:30Uhr noch (schwach) zu erkennen.

Insgesamt zählte ich in den 1 1/2 Stunden 38 Sternschnuppen. 3 davon waren
definitiv nicht den Perseiden zuzuordnen. Wie für diesen Strom bekannt,
zogen sie sehr schnell über den Himmel, meist mit langer Spur. Mindest ein
Drittel erreichte eine Helligkeit erster Größenklasse, aber ein richtiger
Bolide (-4mag und heller) war nicht dabei. Sie kamen sehr unregelmäßig
daher, mehrere Minuten war gar nichts, dann sah man wieder mehrere kurz
hintereinander. Wenn man berücksichtigt, daß ich etwa 1/4 des Himmels
überblicken kann, es waren ja auch immer wieder Wolken da, kommt man auf
eine Fallrate von etwa 100/h.

Parallel dazu habe ich versucht, mittels Radio-Meteor-Scattering die
Reflexionen von Radiosendern an der Ionisationsspur in einem UKW-Radio
nachzuvollziehen. Dies ist mir aber nicht gelungen, kein Knistern oder sonst
ein Geräusch konnte ich auch bei verschiedenen Einstellungen einer Schnuppe
zuordnen. Naja, vielleicht falsches Radio, die GEZ-Gebühren habe ich
jedenfalls bezahlt! ;-)

Ich habe dann umgestellt auf gute Musik, da wurde es mir wenigstens nicht
langweilig.

Viele Grüße

Rudi

Hallo Sternfreunde,

Das war eine objektreiche Nacht, vor allem besuchte ich alte Bekannte im
Sternbild Schütze. Aber auch so anderes Schmankerl war dabei.

Datum: 26.07.2009

Uhrzeit: 22:30h - 1:30h MEZ

Teleskop: Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf
Nachführplattform

Mond: kein

Transparenz gemessen mit SkyQualityMeter mit Linse jeweils beim Objekt.
Zenit: 22:45h: 20,96 - 1:30h: 21,30

Seeing: +

Außere Bedingungen: windstill, anfangs 16° am Ende 12°

Beobachtungsort: Eiberg im tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste
Kleinstadt 14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Objekte: M8, NGC6544, M20, NGC6526, M21, M23, M22, NGC6440, NGC6445, M25,
M18, M16, M17, Komet C/2006 W3 Christensen, Abell 2199 um NGC 6166, NGC5985,
5982, 5981, Jupiter

Schon beim Rausgehen begrüßt mich ein blendend heller Stern im Südosten: der
Wandelstern Jupiter. Die Milchstraße hat keine Starallüren und zieht
prächtig über den Himmel. Eine strahlend helle Sternschnuppe huscht im
Sternbild Bootes gen Westen, ab und an guckt während der Nacht der Kater
'Flocke' bei mir vorbei. Eine milde Nacht, kein Lüftchen bewegt sich. Ich
gehe gleich auf's Ganze und hole mir die schönsten Objekte im Schützen, der
gerade am kuliminieren ist.

Leider wird gerade hier der Himmel durch Wacker in Burghausen aufgehellt, so
sind die SQM-Werte nicht berauschend. Beim Lagunennebel komme ich da nur auf magere 20,02mag, ein O-III Filter bringt hier sehr viel. Vor allem fallen
die großen Helligkeitsunterschiede im Nebel auf. Immer wieder ein sehr
schönes Objekt. Nur 1° südöstlich steht ein kleiner Kugelsternhaufen
(NGC6544), Etwa 2 Dutzend Sterne lassen sich auflösen, er erscheint wie ein
dicht gedrängter offener Sternhaufen.

Auch der Trifidnebel (M20 - 20,15SQM) lohnt immer einen Besuch. Die
Dunkelschläuche auch ohne Filter sehr kontrastreich, der Filter bringt aber
noch ein Gewinn. M21 ist ein locker gestreuter off.Sternhaufen. Sehr schön
darin eine ringförmig angeordnete Sternenreihe aus schwächeren Sternen, ein
netter Kringel! Über den OS M23 und der sternreichen Milchstraßenwolke M24
stoße ich auf den riesigen und sehr hellen Kugelsternhaufen M22, der in
Myriaden von Einzelsternen zerfällt. Das Seeing ist so gut, daß er M13
locker das Wasser reichen kann. M28 dagegen ist winzig, nur wenige Sterne
lassen sich auflösen, der Hintergrund deutlich gemottelt.

Südwestlich von M23 stehen in weniger als 1° Abstand ein sehr kleiner KS
(NGC 6440) und ein PN (NGC 6445) eng zusammen (20,06 SQM). Der
Kugelsternhaufen hat eine runde Form, Einzelsterne konnte ich nicht
erkennen. Ein echtes Highlight dagegen und neu für mich ist der
planetarische Nebel. Sehr gut sichtbar und sehr strukturrreich. Oval etwa
2:1, an den kurzen Enden erscheint er leicht eingeschnürt, fast wie eine 8.
Die Randbereiche stark aufgehellt, ja er zeigt Ringstruktur. Vor allem an
den langen Enden sind die Randbereiche heller, kein Zentralstern sichtbar.
(340fach)

Weiter kurz angefahrene Objekte sind M25, M18, M16 und M17. Diese liegen
etwas höher, deshalb auch der SQM Wert von 20,40 auch besser.

Nun ziehe ich den Dobson hoch, weit hoch und fliege förmlich zum Schwan.
Sehr nahe am einem Flügelstern liegt leicht zu finden der Komet W3
Christensen (21,14SQM). Ein auffälliger, heller Komet mit ausgedehnter, fast
kreisrunder Koma (etwa 3'Durchmesser). Starke Kondensation, der helle
FalseNucleus liegt nicht ganz konzentrisch in der Koma. Einen Schweif konnte
ich aber nicht erkennen. (156fach)

Nun mache ich einen weiteren größeren Schwenk zu einem Objekt, das schon
länger auf der Liste steht: Die Galaxiengruppe Abell 2199. Die Hauptgalaxie
ist NGC6166, 6 weitere Gx konnte ich erkennen, eine davon nicht sicher.
(21,26SQM). Eine weitere Galaxiengruppe zog mich an: NGC5985, 5982, 5981 im
Sternbild Drache. In einem Kreis von etwa einem halben Vollmonddurchmesser
stehen in einer Reihe gut sichtbare, unterschiedlichster Galaxien beisammen,
manchmal auch als Draco-Triplet bezeichnet. Erstere ist eine Spiral-Gx in
leichter Schräglage, sie erscheint oval. Die zweite, eine elliptische Gx
sieht man in face-on und die dritte (5981) eine typische 'Nadel' also
edge-on.

Zum Abschluß warf ich noch einen Blick auf Jupiter, der schon lange zu rufen
schien: "Schau mich an!". Details erspare ich mir jetzt. Zum Schluß habe ich
noch ein Foto während meiner Beobachtungen gemacht, ich hoffe, die Stimmung
kommt rüber.

Viele Grüße

Rudi

Rudi beim Beobachten
Rudi beim Beobachten

Hallo Sternfreunde,

So, nächste Nacht (20.05).

Die Nacht war nicht nur mild, mir war's mit dem Pulli schon fast zu warm, so 18° hatte es, kein Wind, fast mit 6,0mag etwas schlechter als die Nacht vorher. Auch das Seeing hat schon bessere Zeiten erlebt, nur
durchschnittlich (0).

Nach Saturn war die Galaxie M83 in Hydra mein erstes ernsthaftes Ziel. Eine
wunderbare Balkengalaxie in face-on Ansicht und schönen Spiralarmen. Aber
NUR, wenn sie höher stände, mit 11° Höhe über dem Horizont und Tann (!) als
Hintergrundillumination war mit dem 18er nicht mehr als der helle Kern zu
erkennen ohne Struktur.

Nach Wolfgangs Anfrage hin, stellte ich nochmals die schöne Spindel 4565 in
Coma ein, um nach IC3571 zu fahnden. Da war aber nichts zu erkennen, auch
nicht die 16-17mag Sterne, die diese schwache Gx einrahmen. Dazu ist ein
besserer Himmel nötig und evtl. auch mehr an Öffnung.

Ich habe mich dann an eine ganz andere Objektklasse gewendet: Doppelsterne.
Und zwar habe ich eine Liste von Doppelsternen, die einen Farbkontrast
zeigen sollen. Erstes Objekt war epsBootes. In nur 2,9" Abstand stehen ein
2,5mag heller Stern und ein 4,9mag Stern zusammen. Ersterer wirkte bläulich,
der schwächere gelblich. Wirklich ein schöner Farbunterschied, die ich so
deutlich bei den nachfolgenden nicht mehr feststellen konnte.

zetaCrB: 6,2" Abstand, schon deutlich komfortabler. Der 5,1mag Stern wirkte
nur leicht bläulich, der 6,0mag Stern empfand ich als einfach nur weiß.

alphaHer: Da habe ich im Atlas (Karkoschka) etwas länger gesucht. Dieser
Stern wird hier als dem Ophiuchus zugehörig eingezeichnet, das hat mich sehr
verwirrt. In 4,9" Abstand steht ein etwa 3mag Stern (Veränderlicher) mit
gelb-oranger Farbe und ein 5,4mag Stern zusammen, der ganz leicht
blau-grünlich erschien.

myBoo: Ein Dreifachsystem, der Hauptstern 4,3mag hat in 109"Abstand ein
weiteres Päärchen mit 2,2" Distanz, die 7,0 und 7,6mag hell sind. Allerdings
konnte ich hier keinen Farbunterschied feststellen, auch nicht mit Tricks
(leicht unscharf stellen).

Das war's dann erstmal wieder, vielleicht am Wochenende mehr.

Viele Grüße

Rudi

Hallo Sternfreunde,

Leider ist es uns Beobachtern in Mitteleuropa während dieser Periode der Kantenlage bei Saturn verwehrt, Titandurchgänge vor Saturn zu verfolgen. Na gut, dann versuch ma's halt mit Rhea. Für die Nacht wird ein Durchgang mit Schattenwurf vorhergesagt.

Datum: 16.05.2009

Uhrzeit: 21:15h - 0:30h MEZ

Teleskop: Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf
Nachführplattform

Mond: kein

Grenzgröße: 6,2mag

Seeing: + (später bei Saturn: - )

Außere Bedingungen: windstill, 13°

Beobachtungsort: Tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste Kleinstadt
14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Objekte: Kometen: Saturn mit Rhea, M108, M97

Das Heranpirschen von Rhea an die Planetenscheibe war gut zu sehen, bis sie
sich praktisch berührten. Der Beginn des Transits sollte um 21:38 beginnen,
von da an konnte ich Rhea aber nicht mehr erkennen. Im Gegensatz zu Titan
hat Rhea eine deutlich höhere Albedo als Saturn und sollte also als hellerer
Punkt zu erkennen sein. Nun habe ich mir größte Mühe bei der Justierung
gegeben und konnte sowohl im Baader-Bino mit Siebert-GWK und 12mm Pentax
Okularen bei 333fach, als auch mono mit 5mm Hyperion (400fach) nichts
erkennen. Das Seeing war eigentlich relativ gut. Okay, der Durchmesser ist
mit 0,25" schon recht winzig, ich hoffte dann auf dem Schattendurchgang. Der
sollte um 22:48 beginnen, aber auch hier nichts zu sehen. Als der Schatten
etwa mittig von der Planetenscheibe sein sollte, war allerdings das Seeing
schon sehr schlecht, kein Wunder, das da nichts zu sehen war. Nach 2 Stunden
Saturnbeobachtung war ich schon ein bißchen enttäuscht.

Zwischendurch habe ich aber noch zwei andere Objekte im Sternbild UMa
anvisiert. Da war zunächst die Galaxie M108. Wow, die hat für so einiges
entschädigt. Sie liegt in Kantenlage, drei Vordergrundsterne stehen
innerhalb der Galaxie. Drei helle längliche Knoten fallen auf, sowie mehrere
Dunkelbereiche. Das Objekt hat mich so fasziniert, daß ich mir gleich ein
Stück Papier geholt und eine Skizze zeichnete.

Ja, und nur 1 Grad davon entfernt liegt der berühmte Eulennebel M97. Ein
großer (etwa 3') kreisrunder, heller planetarischer Nebel. Der Zentralstern
schwach, aber deutlich. Es fällt auch gleich auf, das die Scheibe nicht
gleichmäßig hell ist. Die 'Augen' aber nicht leicht zu erkennen, auch der
O-III Filter hilft da kaum. Das nördlichere Auge schien deutlich kleiner.
Ich mache wieder eine Skizze, um Lage und Größe der Dunkelbereiche
festzuhalten und vergleiche sie später in der Nachbearbeitung mit Fotos.
Siehe da, paßt genau mit der Zeichnung überein.

Nachdem ich mich nochmal mit der Nichtsichtung des Rheaschattens frustrieren
ließ, suchte ich noch kurz M13 und M57 auf und baute dann ab. Ich habe
bisher aber noch keine visuelle Beobachtung von Rheatransit oder
Schattendurchgang gefunden, weiß jemand mehr?

Viele Grüße

Rudi

Hallo Sternfreunde,

Letzten Samstag (16.5.09) ging ich für einige Stunden mit dem 18er Dobson
auf Galaxienjagd. Dabei habe ich mich nicht auf den Virgohaufen gestürzt,
sondern ein wenig oberhalb davon im Sternbild Coma. Mann, es wimmelt da
überall von Galaxien, das ist der Wahnsinn, wie in einem Ameisenhaufen.
Dabei sind es alle noch nicht mal Funzeln, sondern sehr leicht erkennbar in
Form und auch zumeist sind viele Strukturen erkennbar. Nehmt's mir nicht
übel, daß ich jetzt nicht alle detailliert beschreibe, sondern ich werde
mich eher kurz halten. Auffallend war, daß die allermeisten stark elongiert
waren und nur wenige in face-on Ansicht. Macht auch nichts, edge-on Galaxien
finde ich sowieso viel spektakulärer.

Mit 13° war's recht mild, auch störte kein Wind. Das Seeing war
ausgesprochen gut. Nach dem Regen des vergangenen Tages war die Luft sehr
sauber, damit konnte ich mit freiem Auge Sterne bis 6,3mag erkennen. Leider
war's aber sehr feucht, nach Mitternacht waren Karten, Zettel und Okulare
ziemlich naß. Tagsüber hatte ich die Nachführplattform noch in einigen
Details geändert. Dies hat sich dann auch gelohnt, sie lief genau und
wackelte kaum noch. Der Antrieb ist schwierig absolut spielfrei zu bekommen.

Erst nach 23 Uhr wird's richtig dunkel, so beobachtete ich erst Saturn und
M13 im Bino. Dann zog auch noch die ISS über den Himmel, die ich mit 150fach
einigermaßen gut nachführen und beobachten konnte. Es sind erstaunlich viel
Details zu erkennen: Strukturen in den Sonnensegel, die einzelnen Abschnitte
des Hauptteils zeigen sich in verschiedenen Verdickungen. Danach gings aber
wirklich auf Galaxien:

Zunächst oberhalb vom Coma-(Stern)haufen: NGC4631 (Heringsgalaxie), 4656/7,
4627, 4448, 4251, 4286, 4283, 4278, 4314, 4274, 4245, 4414. Östlich von
Coma: 4559, 4494 und natürlich 4565, immer noch meine Lieblingsgalaxie. Die
Spindel sprengt bei 400facher Vergrößerung beinah das 68° Gesichtsfeld des
5mm Hyperion. Ein absolut spektakulärer Anblick, das dunkle Staubband teilt
die Gx in zwei Hälften. Der Bulge auf der westlichen Seite deutlich heller.
In etwa 10' Abstand auf dieser Seite eine weitere schwache Galaxie (4562).
Auf der anderen Seite knapp neben dem Zentrum ein heller Stern.

Weiter Gx'n sind 4725, 4712, 4747, 4889, 4874, 4871. In meinen Atlas sind
gar nicht alle Gx verzeichnet, manchmal mache ich mir eine Skizze, in CDC am
Computer kann ich sie dann identifizieren. Ein bekanntes Objekt ist M64, die
Gx mit dem schwarzen Auge. Tatsächlich fällt einem ein länglicher dunkler
Fleck im Zentrum der Gx auf, die etwa 3:2 elongiert ist. Zwischendruck
machte ich noch einen Abstecher zur Sombrero (M104).

Zum Abschluß gab's noch zwei Kugelsternhaufen im Sternbild ComaBerenices.
M53 ein typischer KS, sehr hell, zum Zentrum sehr dicht mit Sternen übersät.
Nur 1° entfernt befindet sich ein weiterer KS: NGC5053. Da habe ich aber
lange gesucht. Er sieht gar nicht aus wie ein richtiger KS, nur wenig
Dutzend sehr schwache Sterne sind zu erkennen, alles andere als kompakt.
Erscheint eher wie ein sehr schwacher offener Sternhaufen. Ich hab' nach was
deutlicheren gesucht, deshalb bin ich bei der Suche immer wieder darüber
hinweggefahren.

Nachdem es immer schwieriger wurde, die Okulare trocken zu halten, baute ich
dann ab und freue mich auf die nächste Woche. Soll ja gut werden :-)

Viele Grüße

Rudi

Hallo Sternfreunde,

Letzte Nacht habe ich es endlich mal wieder geschafft, mich unter's
Sternenzelt zu stellen, um die Wunder des Universums zu ent-decken.

Ich hatte diesmal keine große Lust, mit großem Gerät aufzufahren, bei den
durchziehenden Wolkenfeldern machte das auch nicht so viel Sinn, sondern ich
druckte mir Mathias Liste aus und versuchte zu erfahren, was geht mit bloßem
Auge. Ein 10x50er Billig-Fernglas von Lidl hatte ich auch noch dabei. Beim
Kauf hatte ich mehrere ausprobiert und nahm das beste mit. Für 20EUR ist es
wirklich erstaunlich scharf und kontrastreich.

Gegen 10 war ich dann draußen, die Wintersternbilder verabschieden sich
gerade am Westhorizont, hoch im Süden der Löwe mit Saturn, im Osten strahlt
Arktur und tiefer im Nordosten ist bereits Wega aufgegangen. Nahe dem Zenit
kreist der große Wagen und Cassiopeia hängt tief im Norden rum. Abgesehen
von den Wolken, die im Laufe der Nacht immer weniger werden, ist der Himmel
recht klar, fst nahe 6,0mag. Ich beginne mit der Kette der Sternhaufen M35
bis M38. Nur M35 bei den Zwillingen läßt sich sicher mit dem Auge als
schwacher Nebel erkennen. Im Fernglas sind alle recht auffällige Objekte.
M38 wirkt als diffuser Nebelfleck bereits recht grieselig, Einzelsterne aber
schwierig zu erkennen. M36 ist viel kompakter und heller, etwa 1 Dutzend
Sterne gut auszumachen. M37 wird wie M36 zur Mitte deutlich heller, aber
nicht so kompakt, Einzelsterne schwierig, aber leicht grieslig. Beide OS
wirken im Fernglas wie Kugelsternhaufen. M35 ist im FG ein richtiges
Schmankerln, die helleren zahlreichen Sternchen sind bereits gut aufgelöst
und stehen vor nebligen Hintergrund. Auch der benachbarte kleine OS NGC2158
läßt sich im FG erkennen.

Ein sehr bekanntes Objekt ist mein nächstes Ziel: M44, die Krippe oder
Praesepe. Mit dem bloßem Auge ein auffälliges Wölkchen in einem an hellen
Sternen armen Gebiet zieht förmlich die Blicke auf sich. Eingerahmt von je
einem Stern im nördlicher und südlicher Richtung und etwa doppelte
Vollmondgröße. Man kann erkennen, daß es kein gleichmäßiger Nebelfleck ist,
sondern aus vielen Einzelsternen besteht. Im Fernglas ist M44 ein
beeindruckt schöner und großer Sternhaufen, der aus mehreren Dutzend
helleren und schwächeren Sternen besteht, die aber keineswegs kompakt
stehen, sondern deutliche Abstände zueinander haben.

NGC2281, ein OS zwischen Aur und Gem. Manchmal meine ich, mit freien Auge
hier was zu erkennen, aber es besteht immer die Verwechslungsgefahr mit
benachbarten Sternen oder Sterngruppen, die zusammen mit dem Objekt die
Helligkeit erhöhen und zu einer vermeintlichen Sichtung führen. Ich vermerke
deshalb, der Sternhaufen ist nicht zu sehen. Im Fernglas ist er im Vergleich
zu den bisher beobachteten Sternhaufen nur wenig auffällig. Einige eng
gedrängte Sterne, im Außenbereich locker gestreut.

M67 ist ein auffälliger, ovaler Nebelfleck im Fernglas mit hellem,
länglichem Zentralbereich. Mit freiem Auge nicht zu erkennen. Ein ideales
Objekt für's Auge ist der Coma Haufen. Auf einer großen Fläche von mehreren
Grad Ausdehnung tummeln sich Dutzende von Sternchen. Eigentlich schon zu
groß für's Fernglas, obgleich er auch da sehr imposant wirkt.

Nun geht's zu den Kugelsternhaufen. M3 im Fernglas ein kleines helles
Wattebällchen, auch mit bloßem Auge konnte ich ihn sehr schwach aber sicher
identifizieren. Wobei möglicherweise ein benachbarter Stern dazubeigetragen
hat. M5 erscheint im FG sehr ähnlich wie M3, ohne FG konnte ich ihn aber
nicht erkennen. Er stand aber auch noch relativ tief. M13 im Herkules
dagegen war mit freiem Auge kein Problem, die größere Helligkeit fällt auch
im Fernglas auf, ansonsten ist sein Erscheinungsbild wie M3.

Nun ist das Frühjahr eher keine so gute Zeit für Beobachtungen mit dem
bloßem Auge. Die Milchstraße mit ihren vielen schönen Objekten hängt sehr
tief am erhellten Horizont. Trotzdem lassen sich einige Objekte erkennen,
Details bleiben aber Mangelware. Hier hilft ein einfaches Fernglas, egal ob
30, 40 oder 50mm Objektivöffnung. Letzteres fängt bereits 100mal soviel ein
wie das bloße Auge, die Wahrnehmung steigt um Dimensionen. Soll die
Lichtmenge nochmal 100fach gesteigert werden, braucht man bereits einen
10Zöller. Insofern bietet ein (halbwegs gutes) Fernglas, das gut in der Hand
liegt bereits sehr viel Beobachtungsspaß. Ideal dazu ein Stativ, oder so wie
ich das gemacht habe, mit meinem selbstgebauten höhenverstellbarem
Astrostuhl. Der Fußtritt dient als Ablage für Sternkarten oder Zettel und
das hohe Brett, worauf der Sitz montiert ist, dient sehr bequem als
Rückenlehne. So kann ich das Fernglas sehr ruhig und auch längere Zeit
halten.

Die nächsten Tage scheinen ja beobachtungstechnisch sehr gut zu werden, ich
freue mich auf jeden Beobachtungsbericht.

Viele Grüße

Rudi

Liebe Sternfreunde,

Dieser April will wohl in die Geschichte eingehen, fast nur Sonne, sehr warm und klare Nächte gibt's natürlich auch. Fein,fein...

Datum: 11.04.2009

Uhrzeit: 21h - 23:30h MEZ

Teleskop: Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45 auf
Nachführplattform

Mond: Aufgang 23h

Grenzgröße: 5,6mag

Seeing: + (später -)

Außere Bedingungen: windstill, 11°

Beobachtungsort: Tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste Kleinstadt
14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Objekte: Kometen: C/2009 F6 Yi-Swan, C/2008 T2 Cardinal

Saturn, NGC2916 + 2903, M3

Überaus deutlich wird es zur Zeit, wie die Tage länger und die Nächte kürzer
werden. Es wird immer später dunkel, zudem ging der fast volle Oster- Mond
auch schon bald auf. Also keine sehr dunkle Nacht. Trotzdem waren meine
ersten beiden Ziele zwei schwache Kometen. Yi-Swan, der erst kürzlich von
einem japanischen Amateur entdeckte schmutzige Schneeball war dann auch
schnell gefunden, steht er doch relativ nahe an alphaCas. Der relativ helle
Himmel macht Größenschätzungen der Koma natürlich sehr schwierig und kam auf
etwa 1'. Markant war, daß der Zentralbereich (etwa DC 3) des Kometen mit 2
etwa 12mag hellen Sternchen ein etwa gleichschenkliges Dreieck bildete,
Helligkeit etwa 9mag (5mm Hyperion).

Der zweite Komet 'Cardinal' ist auch nicht allzuschwer zufinden, treibt er
sich doch nahe dem Sternhaufen M38 rum, den er in der Nacht zum 15.4. sogar
durchquert! Die Koma ist etwa doppelt so groß wie beim vorigen Kometen, aber
die Flächenhelligkeit viel geringer, so hatte ich ihn auf dem ersten Anlauf
ihn zu finden, gar übersehen. Der Kondensationsgrad ist noch etwa geringer,
etwa DC2.

Nächstes Ziel war Saturn. Das Seeing war zunächst noch recht gut. 6 Monde
recht gut zu sehen, Japetus allein in weiten Abstand westlich, die anderen 5
alle auf der anderen Seite. Lustig sah das kleine Grüppchen mit Dione,
Tethys, Rhea und die viel schwächere Encelade aus, die sehr eng zusammen
standen und einen Pfeil bildeten. Titan stand etwa abseits davon. Auf Saturn
und den Ringen die bekannten Details wie letztens schon beschrieben. Gegen
22h wurde das Seeing auf einmal viel schlechter, so machte ich bis zum
Mondaufgang noch Jagd auf Galaxien.

Am Kopf des Löwen suchte ich NGC2903 und wurde enttäuscht von einem kleinem,
schwachem Oval. Kann doch ned sein, hatte ich im TAL noch besser in
Erinnerung! Ein Kontrollblick auf der Sternkarte allerdings sagte mir, das
war NGC2916. Gut, dann kann man die auch abhaken. Ein kleiner Schwenk von
1/2 Grad nach Westen lassen mich dann aber entzücken! Eine vielfach hellere
und größere Galaxie stand im Okular, das war nun endlich 2903. Sofort fallen
Strukturen in der Koma auf, vor allem am nördlichen Ende des Oval, das etwa
4:1 elongiert ist, fallen hellere Knoten auf. Ein echter Hingucker.

So, der Mond ist nun eben dunkelrot aufgegangen, etwas helleres muß nun her.
Der Kugelsternhaufen M3 war mein letztes Ziel, bei der Öffnung natürlich
schön aufgelöst, aber die Sternchen immer noch wie aufgeblasen. Das Seeing
wurde nicht besser. Der Mond tat sein übrigens, so wurde wieder eingepackt
und alles verstaut. Das allergrößte Oster-Ei habe ich schon gefunden...

Noch frohe Ostern

Rudi

Liebe Sternfreunde,

Wochenende, klarer Himmel, kein Mond, ja ist denn schon wieder Weihnachten?? Ist lange her, daß es das zum letzten Mal gab.

Datum: 21.03.2009

Uhrzeit: 19:30 - 23:30h MEZ

Teleskop: 10"Meade Dobson; Fernglas 15x70; Gitterrohrdobson von Starsplitter
18", f/4,45

Mond: n.v.

Grenzgröße: 6,0 mag

Seeing: + (zeitweise ++)

Außere Bedingungen: leicht windig, -1°

Beobachtungsort: Tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste Kleinstadt
14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Objekte: Kometen: C/2009 E1 Itagaki, 67P/Churyumov-Gerasimenko, C/2007 N3
Lulin

Saturn, M65, M66, NGC 3628, 3593, 3596

Schon früh bin ich raus, um die zwei tiefstehenden Kometen im Sternbild
Widder aufzuspüren. Für eine gute Beobachtungsposition zum Westhorizont
mußte ich auf etwas unwegsames Gelände, bin deswegen mit dem 10"Meade
Starfinder Dobson auf Lauerstellung. Der Dicke Willie ist da zu unhandlich,
zumal die Luft in den Reifen nicht mehr hält.

Den kürzlich von dem Japaner Itagaki entdeckte Komet habe ich auch bald
gefunden, wobei ich ihn bei niedriger Vergrößerung (45x) fast übersehen
hätte. Erst bei 88x war er dann deutlich zu sehen, aber nicht auffällig.
Runde Koma von etwa 4' Größe, Kondensationsgrad DC3, Gesamthelligkeit etwa
9,5mag. Nur einige Grad entfernt befindet sich der Komet 67P, der 2014 Ziel
der ESA-Sonde Rosetta ist. Aber auch sehr ich auch mit verschiedenen
Vergrößerungen spielte, er ließ sich nicht sicher erkennen, schade. Lulin
hatte ich auch kurz beobachtet, auch mit Fernglas, hatte ihn aber schon vor
4 Tagen näher begutachtet und beschrieben.

Ich bin dann erstmal zu einer kulinarischen Stärkung rein, um dann gleich
mit größerem Material aufzufahren (StarsplitterDobson). Das Seeing war gut,
zeitweise sogar sehr gut. Dies war Grund genug für eine ausführliche
Observation von Saturn. Meist bei 333x am Bino, teils 600 fache
Vergrößerung. So deutlich habe ich Saturn noch nicht gesehen, der
Planetenrand auch bei so hoher Vergrößerung noch absolut scharf. Die Ringe
haben sich wieder soweit geöffnet, daß man die Lücke wieder sehr gut sehen
kann, auch die Cassiniteilung. Der Ring ist wieder als 'Schallplatte'
sichtbar und nicht nur eine Linie. Strukturen in den Wolkenbänder sind zwar
immer noch sehr kontrastschwach, aber erkennbar. Interessant war die
Bewegung der Monde Thetys und Rhea zu verfolgen, die kurz vor 22Uhr noch
übereinander standen und 2h später hat sich Rhea auf Saturn zu (knapp über
den Ringen) und Thetys wegbewegt.

Zwischendurch stellte ich das Teleskop ein paar Grad höher, für einige
Galaxien. Zuerst zum Leotriplett: Bei M66 fällt sofort ein zentraler Balken
auf, drumherum lassen sich 2 Spiralarme erkennen. Neben M65 ist am
imposantesten NGC3628. Ein dickes dunkles verwoben erscheinendes Staubband
trennt die beiden Hälften der edge-on Galaxie. Auch die schwachen
Außenbereiche sind noch gut zu erkennen. In der Nachbarschaft ist noch die
Gx NGC3593, etwa 4:1 elongiert. Etwa 2° nördlicher davon, unterhalb vom
hellen Stern ThetaLeo (Chertan) ist mit NGC3596 eine weiter Gx. Hier ist der
Blickwinkel so, daß man direkt von oben draufsieht (face-on). Ansätze von
Spiralarmen sind zu sehen.

Später bin ich dann wieder zurück auf Saturn. Obwohl es nicht so sehr kalt
war, fröstelte es mich dann doch, so daß ich dann abbaute. Eine schöne
BeoNacht war's, heute und die nächsten Tage geht wohl eh nichts mehr.

Viele Grüße und klare Nächte

Rudi

Liebe Sternfreunde,

Bei sehr windigen Bedingungen konnte ich am Dienstag doch wieder etwas Sternenlicht schnuppern. Eine Stunde vorher hatten wir uns noch den Formationsflug der ISS mit dem Space Shuttle ange-sehen. Kurz nach 20Uhr flogen die beiden Satelliten, die Discovery in etwa 1,5° Abstand und mindestens zwei Größenklassen schwächer hinter der ISS her. Ein interessanter Anblick. Später bin ich dann mit dem Dobson raus, um 2 Objekte zu beobachten:

Datum: 17.03.2009

Uhrzeit: 21:30 - 23:30h MEZ

Teleskop: Gitterrohrdobson von Starsplitter 18", f/4,45

Mond: n.v.

Grenzgröße: 5,8 mag

Seeing: 2/6

Außere Bedingungen: sehr windig, 5°

Beobachtungsort: Tertiäres Hügelland in Niederbayern, nächste Kleinstadt
14km entfernt (Pfarrkirchen), Lat: 48,3°, Lng:12,9° 480mNN

Objekte: Komet Lulin, Saturn

Komet Lulin bewegt sich zur Zeit im Sternbild Zwillinge und ist schon im
8x50 Sucher gut zu erkennen. Im Teleskop natürlich ein sehr auffälliges
Objekt. Die kreisrunde Koma etwa 10' groß, stark kondensiert mit hellem Kern
(DC 4-5), eine grüne Farbe konnte ich nicht erkennen. Die Helligkeit (ca.
8mag) war dafür wohl zu gering. Sehr schwach, aber gut zu erkennen war der
schmale, aber sehr schwache Schweif, der etwa 1/2° lang ist.

Ausgiebig beobachtet habe ich Saturn. Angesichts des windigen Umfeld aber
nicht ganz einfach, in ruhigen Momenten konnte aber das relativ gute Seeing
ausgenutzt werden. Die Nachführung erleichterte das Beobachten enorm.
Allerdings ist mir die Wacklizität noch etwas zu hoch. Das ganze System ist
doch etwas unstabiler, was sich bei Windböen bemerkbar macht. Da muß ich mir
noch was überlegen. Jetzt zu Saturn: Gegen halb elf Uhr sollte Thetys aus
dem Schatten auftauchen, was ich allerdings nicht beobachten konnte. Der
Mond war dann doch zu knapp (0,5") am Saturnring. Sehen konnte ich aber
Dione, Rhea, Japetus, Titan und Hyperion. Der Ring macht sich auf der
Planetenoberfläche als dunkle Linie bemerkbar (Ringschatten). Der südliche
Äquatorbereich von Saturn ist deutlich heller als der Bereich nördlich vom
Ring. In höheren Breiten läßt sich sowohl auf der nördlichen, wie auf der
südlichen Hemisphäre ein dunkles Wolkenband beobachten. Dann schließt sich
wieder jeweils ein hellerer Bereich an, die Polkappen sind dann wieder etwas
dunkler, aber nicht so kontrastreich wie die Wolkenbänder. Beobachtet wurde
mit Bino, 2xSiebert OCA und 12mm PentaxXF Okularen.

Der Wind wurde immer stärker und ließ eine vernünftige Beobachtung nicht
mehr zu, so daß ich dann abbaute und hoffte, daß es bald wieder klare Nächte
geben würde. Machen sich ja sehr rar zur Zeit.

Viele Grüße und klare Nächte

Rudi