Aktuelles:

Nächster öffentlicher Abend:

06.09.2019 ab 20:00 Uhr

  

Koordinaten:

Breitengrad

N 48° 20' 27.243"

Längengrad

E 12° 47' 20.74"

Astronomie-Website.de (Interessantes aus Astronomie und Physik)
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Hintergrundmusik in der Sternwarte Wurmannsquick (Hörprobe)
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Erfahrungsberichte

Hallo!


War mit Karl beim Sternentreffen am Vogelsberg.

War , wie meistens super!
Haben viel gelernt in Bezug Astrofotografie.
Am besten war jedoch der direkte Vergleich der von uns zum Kauf bevorzugten Montierungen. Es scheint wohl die Alt 7 Favorit zu sein, da stabiler und wohl unverwüstlich.


Absoluter Höhepunkt: M13 durch ein 24Zoll (60 cm Durchmesser) Spiegelteleskop! Ein Erlebnis, das einem die Schuhe auszieht!!
Habe ihn sicher 20 min betrachtet.


Bis bald, Euer Hauke

Hallo Sternfreunde,

Am Wochenende besuchte ich das Teleskoptreffen der Chiemgauer Sternfreunde.
Es fand zum erstenmal nicht mehr auf der Winklmoosalm statt, sondern in der Nähe von Chiemsee auf einem Campingplatz.

Tagsüber sonnig, viele Teleskope, nette Leute, fröhliche Stimmung. Nachts
sehr klarer Himmel, noch mehr Teleskope, gutgelaunte Leute, super Stimmung.

Ich konnte Sterne bis 6,4mag erkennen, das habe ich selbst bei mir im
dunklen (nicht zu wörtlich nehmen ;-) ) Niederbayern nur selten. Gut, im
Norden gab's einige Lichter, die sehr klare Luft sorgte dafür, daß es keine
Dunstglocke gab. Bewiesen wird dies auch dadurch, daß wir den Kometen
Yi-Swan im erhellten Norden bei nur 17° Höhe gut beobachten konnten. h+chi
persei lag knapp daneben und war mit freien Auge sichtbar.

Sonst war alles da: großer ebener Platz, Gasthaus in der Nähe, Sanianlagen,
ein richtiger Campingplatz eben, neben großen Indianertipis. Bei der Anfahrt
habe ich mich aber gleich ein wenig verfahren, die Beschilderung noch mäßig,
später wurde das aber noch verbessert. Im Süden hat man Blick auf die Alpen,
in der anderen Richtung sieht man das bayrische Meer, den Chiemsee, einfach
traumhaft.

Zu Sonnenuntergang wurden schon mal die Speicherkarten sämtlicher Kameras
gefüllt:


Sobald sich die ersten Sterne zeigten, wurde losgelegt. Saturn war natürlich
ein begehrtes Objekt und der flinke Merkur. Dieser bietet zur Zeit eine gute
Abendsichtbarkeit und hier auf dem Foto kann man ihn als hellen Fleck
zwischen Baum und den Plejaden erkennen.

Anfangs waren auch noch viele neugierige Kinder da, für die natürlich ein
schönes Spektakel durch so viele Teleskope durchgucken zu können. Um Merkur
sehen zu können, mußte ich den Dobson schon beinah auf den Boden legen.
Neben den vielen Regenbogenfarben war die Phase 'Halbmerkur' aber gut zu
erkennen. Auch sonst war einiges an Publikumsverkehr los, jeder guckte bei
jedem, und wenn's mal ein bißchen länger dauerte, wurde geduldig gewartet.
Die längsten Schlangen bildeten sich logischerweise am größten Teleskop, den
24er von Statis. Auch ich war immer wieder mal unterwegs, es war aber auch
mal Zeit für eigene Beobachtungen. Die Notizen sind diesmal aber recht kurz
geworden. Ich bitte also um Nachsicht :-)

Den Sombreronebel hatte ich im 18er bisher noch nicht beobachtet, auf den
Weg dorthin schaute ich noch bei der Galaxie NGC4697 (länglich mit hellem
Kern), dem planetarischem Nebel 4361 (heller Zentralstern, große diffuse
Scheibe, eher 4-eckig als rund mit ungleichmäßiger Helligkeitsverteilung)
und dem Kugelsternhaufen M68 vorbei. Hier hatte ich wiedermal vergessen den
O-III Filter rauszunehmen, der bei der Beobachtung vom PN noch drinnen war:
Etwa ein Dutzend Sterne aufgelöst vor nebligem Hintergrund. Dann war ich bei
M104. Bei der Vielzahl an Details, ich war ganz begeistert, habe ich hier
gar nichts mehr notiert und 104 nur dick eingekreist. War ja auch kein
Beobachtungsabend, sondern ein Teleskoptreffen.

Ich machte wieder mal eine Runde durch den Teleskopwald und war erstaunt und
auch leicht enttäuscht, daß so mancher, der mit vermeintlich kleinerer
Öffnung da war, schon abgebaut hat. Zur Antennengalaxie im Raben wollte ich
dann noch. Schoss aber erst über's Ziel hinaus uns landete bei NGC4027,
upps, die ist ja auch interessant. In der Mitte ein deutlicher Balken, 2
Spiralarme meinte ich zu erkennen, eine davon sehr deutlich und länger. Nun
die Antenne, wie ein liegendes Herz stehen die beiden (4038+4039) da und
tanzen scheinbar Tango oder so. Vor allem in der nördlicheren Gx sind
deutliche Strukturen zu erkennen. In der Mitte dunkler als der Rand.

In Statis Kyklopas konnte ich die Hicksongruppe 44 bestaunen. Sie liegt
genau im Nacken des Löwen und ist dann auch gleich eingestellt. 4 Galaxien
(NGC 3193,3189,3185,3187) stehen eng beisammen. Am interessantesten fand ich
3189, sieht aus wie 'ne Miniaturausgabe der Sombrero.

So, gleich hamma's!

Saturn war sowieso überall drin, den Kometen habe ich schon erwähnt. Yi-Swan
als runder nebliger Fleck.

In der Gx 4088 gab's kürzlich eine Supernova, nun war auch tatsächlich im
Zentrum ein absolut stellares Objekt zu erkennen. Der Kern dieser Galaxie
ist aber auch sonst recht hell, könnte sich also um eine Verwechslung
handeln. Müßte man in nächster Zeit nochmal beobachten. Wow, da ganz in der
Nähe hängen noch lauter edge on - Galaxien rum, echt interessant diese
Gegend: NGC 4085, 4157 und 4100. 4088 selber ist aber ovaler und zeigt mehr
Strukturen.

Ich wollte dann noch M83 aufsuchen, da stand aber mein Auto im Weg. Mit 90%
Obstruktion zwingt man auch einen 18er in die Knie! Lonestar kam dann noch
an mit seinen genialen 20mm Kasai Okularen. 5 Linser und 84° GF und stellten
M13 ein, der mitlerweile schon sehr hoch stand. Im Bino nicht zu
beschreiben, so gut habe ich diesen Kugeligen noch nie gesehen, auch nicht
auf Fotos. Auch M57 war einfach nur umwerfend. Klaus war kaum noch zu
beruhigen, mit dem Okularen hat er aber auch einen guten Fang gemacht.
Erstaunlich wie scharf die auch noch am Rand waren bei f/6,6 (Siebert 1,3x
Glaswegkorrektor am Bino).

Irgendwann nach 3 Uhr war's auch für mich Schluß. Der Skorpion war schon im
Süden. Ich hatte zwar Thermowäsche und Pullover, Moonboots und Handschuhe
dabei, aber Jacke vergessen. Tagsüber war's ja noch sonnig und sehr warm. Es
wurde also recht kühl und legte mich in die Koje. Am nächsten Tag gab's noch
viele Gespräche mit den Kollegen aber so nach und nach wurde der Platz
leerer. Ich fuhr dann noch an den See, wo mich auch gleich noch ein sehr
stolzer Schwan begrüßte und fuhr dann nach Hause.

Ein dickes Dankeschön an alle, die dieses Treffen ermöglicht haben und auch
an den Wettergott. Es hat alles gepaßt!

Viele Grüße

Rudi